AS-Interface steigt aus: Mehrstufige Fehlersuche bringt Lösung

In der modernen Feldbus-Kommunikation spielt das AS-Interface (auch Aktor-Sensor-Schnittstelle) eine entscheidende Rolle: Als Single-Master-System tauscht es die Ein- und Ausgangsdaten mit allen verbundenen Geräten aus und ersetzt damit seit vielen Jahren die herkömmliche Parallelverkabelung. Das System dient neben der Signalübertragung auch der Energieversorgung einzelner Teilnehmer. Der große Vorteil des AS-Interface: Slaves können jederzeit ohne größeren Aufwand neu installiert oder an anderer Stelle versetzt werden. Anwendung findet das System besonders in der Fabrikautomation, Prozesstechnik und Gebäudetechnik. Auch einer unserer Kunden nutzt das Interface für die Kommunikation seines Bussystems. Als der ASi-Sicherheitskreis jedoch immer wieder aussteigt, werden wir zur Hilfe gerufen.

Netzgerät-Wechsel und Ferrit-Einbau – in kleinen Schritten zur Lösung

Bei erster Analyse sind uns dabei direkt vier Schützen (24Q1, 24Q2, 15Q7, 52Q8) aufgefallen, hinter denen wir die potenziellen Verursacher der Störung vermuteten. Aus diesem Grund setzten wir – um den induktiven Widerstand zu erhöhen – 14 Ferrite auf der 230 VAC-Leitung sowie auf dem AS-Interface. Da der Slave 4 im Stillstand eine Fehlerrate von mehr als 1,2 Prozent aufwies, wechselten wir diesen ebenfalls aus. Darüber hinaus wechselten wir das Netzgerät, um Netzoberwellen als eine weitere Fehlerursache sicher ausschließen zu können. Mit Hilfe des AS-i-Quicktester waren die jeweiligen Schützen nun eindeutig zuordenbar.

Der Asi-Quicktester macht mit einem Hupensignal auf Störungen durch Schaltvorgänge an den Schützen aufmerksam.

Als wir nun das alte Kabel eingebaut und den Siemens-Busabschluss ausgebaut haben, sind die Pegel beim Quicktester deutlich nach oben gegangen. Mit dem Tuner glichen wir daraufhin die Impedanz, also den Wechselstromwiederstand, ab. Wir näherten uns der Lösung, konnten die Problemursache aber noch nicht eindeutig identifizieren. Auch die weiteren Ferrite, die wir gesetzt haben, brachten nur leichte Verbesserungen im Ergebnis.

Fehlerursache: Schaltvorgänge an den Schützen und Schirmleitung am Motor

Den endgültigen Durchbruch erzielten wir schließlich, als wir einen Kontakt zwischen der Motorleitung und der EMV-Verschraubung herstellten. Nun war klar: Für die Fehlertelegramme waren zwei entscheidende Ursachen verantwortlich: Einerseits verursachten die Schaltvorgänge an den Schützen 24Q1 und 24Q2 Störungen, andererseits waren die Schirmleitungen am Motor nicht sauber aufgelegt. Nach der erfolgreichen Problemanalyse und Fehlerbehebung war das System wir störungsfrei und einsatzbereit.

Erst durch die Kontaktierung der Motorleitung mit der EMV-Verschraubung wird die Fehlerursache gefunden.

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