Kontaktprobleme und Spannungsschwankungen führen zu eigenwilligem Fehlerbild

Es ist eine typische Situation: Ein Kunde hat Probleme mit einer Anlage, die er ohne professionelle Hilfe selbst nicht in den Griff bekommen kann: Immer wieder fallen Teilnehmer nach einem Repeater aus. Meistens beginnt es mit Teilnehmer (TN) 10, auf den dann weitere folgen – und bei jedem Zyklus werden es mehr. Besonders auffällig dabei: Der Fehler tritt nicht immer auf, sondern manchmal auch nur alle zwei Wochen oder noch später. Das Fehlerbild deutet auf einen Effekt zwischen Teilnehmer TN 56 und TN 58 hin. Bei der eigenständigen Fehlersuche konnte er beim Abklopfen mit dem P-QT 10 allerdings nichts finden und so hat er uns eingeschaltet.

Flankenwechsel sorgen für Pegeleinbruch

Die erste Messung mit einem Pegelmessgerät bestätigte den Verdacht: etwas zwischen den Teilnehmer TN 56 und TN 58 stimmte nicht. Zuerst vermuteten wir die Schleppkette als Fehlerquelle. Der Kunde erklärte jedoch, dass diese erst vor zwei Wochen gewechselt worden sei. Eine Situation, wie wir sie schon öfter erlebt haben: Denn es kommt häufig vor, dass beim Einbau etwas schiefläuft und die gerade erst neu eingebaute Schleppkette wieder defekt ist. Ein neues Ersatzteil ist natürlich ein großer Kostenfaktor:  Um die Kunden von einem erneuten Wechsel zu überzeugen, müssen daher schon gute Messwerte diese Vermutung beziehungsweise die vermutete Fehlerquelle beweisen.

Also schauten wir die Messwerte noch einmal genau an. Dabei stellten wir fest, dass alle Signale von der anderen Seite des Repeaters ebenfalls stark schwankten. Zunächst konnten wir uns diesen Vorgang nicht erklären. Als wir jedoch die 5 VDC und gleichzeitig den Telegrammverkehr beobachteten (siehe Grafik), machten wir eine interessante Feststellung: Immer dann, wenn viele Flankenwechsel stattfanden, sind die 5 VDC eingebrochen und damit auch die Pegel. Damit konnten wir auch den Zusammenhang herstellen, warum der Pegel meistens mit dem TN 10 begann: Dieser wurde im Telegrammverkehr nämlich immer sehr früh angesprochen.

5 VDC vom Repeater (oben) und Telegrammfolge (unten). Wenn es mehr Flankenwechsel gibt, werden die Pegel kleiner.

Loser Steckerverbinder verursacht Pegelschwankungen

Jetzt konzentrierten wir uns wieder auf die Stelle zwischen den Teilnehmer TN 56 und TN 58. Dabei stellten wir fest, dass einer der M12 Steckverbinder nicht richtig angezogen war. Nach dem Festschrauben waren schließlich auch die Pegelschwankungen zwischen den Teilnehmer TN 56 und TN 58 beseitigt. Der störungsfreie Betrieb der Anlage war damit wieder gewährleistet.

Ein Vorfall wie dieser zeichnet sich durch einen besonders interessanten Fehler aus: Das Zusammenspiel zwischen Kontaktproblemen und Spannungsschwankungen führt zu einem ganz eigenwilligen Fehlerbild, das nur durch beharrliche und umfangreiche Analyse identifiziert werden kann.

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