Verformbar und störungsanfällig: Warum wir keine Patchkabel aus der Bürotechnik einsetzen

Immer wieder entscheiden sich Unternehmen bei ihrer Automatisierungstechnik für gewöhnliche Patchkabel aus der Bürotechnik. Das ist verständlich, sind diese doch kurzfristig in allen beliebigen Längen erhältlich und wesentlich günstiger als professionelle Kabellösungen. Darüber hinaus funktionieren Büro-Patchkabel auf Anhieb meist ohne Probleme. Dennoch setzen wir bei Leadec auf zertifizierte Produkte und vermeiden den Einsatz von konventionellen Patchkabeln. Warum? Um diese Frage zu beantworten, möchten wir Ihnen anhand eines simplen Beispiels zeigen, welche Erfahrungen wir damit in der Feldbustechnik gemacht haben.

Günstig, variable Länge, schnell erhältlich: Viele Unternehmen greifen bei ihrer Automatisierungstechnik auf handelsübliche Patchkabel zurück.

Günstig, variable Länge, schnell erhältlich: Viele Unternehmen greifen bei ihrer Automatisierungstechnik auf handelsübliche Patchkabel zurück.

 

Maschine störungsfrei nach Komplett-Austausch handelsüblicher Kabel

Einer unserer Kunden schildert uns, dass dessen Blasmaschine in der Vergangenheit immer wieder ohne bestimmten Grund ausgestiegen ist. In Folge dessen hat er einen besonders auffälligen Frequenzumrichter aus dem Netzwerk entfernt. Dadurch war die Anlage übergangsweise stabil, sodass er notdürftig weiterproduzieren konnte. Als wir schließlich doch zum Troubleshooting gerufen werden, vermuten wir zunächst ein EMV-Problem am Frequenzumrichter und untersuchen das Motorkabel im Anschlussraum. Doch plötzlich bleibt die Maschine mit einem lauten Knall stehen – offensichtlich haben wir bei der Untersuchung Vibrationen ausgelöst, die zu einem Netzwerkfehler geführt haben.

Nachdem wir die Anlage in Grundstellung gefahren haben, untersuchen wir das entsprechende Umfeld und beobachten dabei kontinuierlich den Zähler für die verlorenen Telegramme.  Es dauert nicht lange bis wir den verantwortlichen Übeltäter, einen gewöhnlichen, handelsüblichen Steckverbinder, ausgemacht haben: Immer, wenn wir diesen berührt haben, fiel die Anlage aus. Wir nutzen die Gelegenheit der Grundstellung und klopfen auch die übrigen Kabel ab. Nicht weniger überraschend zeigen auch alle anderen Kabel denselben Effekt. Wir wechseln also alle Kabel aus – und seither läuft die Maschine wieder störungsfrei.

Temperaturwechsel und Umwelteinflüsse: Kunststoff der Isolierung verformte sich

In unserem Betrieb untersuchen wir den RJ45-Steckverbinder, um die Ursache der Störung zu ermitteln. Nachdem wir Isolierung und Schirmbügel entfernt haben, stellen wir fest, dass letzterer keinen verlöteten Kontakt zur Schirmleitung hat und ohne Weiteres zu entfernen ist. Hier könnte es zu möglichen Kontaktierungsproblemen auf dem Schirm kommen, wenn sich der Kunststoff durch Umwelteinflüsse verändert. Bereits in der Anlage haben wir gesehen, dass sich der Kunststoff schon teilweise vom Schirm gelöst hat.

Um in einem nächsten Schritt das Innenleben des Kabels sichtbar zu machen, nehmen wir einen Drehmel und teilen den Steckverbinder in zwei Teile. Dabei werden Dornen sichtbar, die in den Draht stechen. Teilweise sind die Drähte verletzt, der Kunststoff wirkt verformt. Damit ist die Ursache für den Netzwerkausfall klar: Die Isolierung hat sich teilweise verformt – vermutlich aufgrund einer permanenten Belastung durch ständig wechselnde Temperaturen. Dadurch hat der Kunststoff den Anpressdruck verloren, der Weichmacher hat sich verflüchtigt. Damit wurde das Kunststoffvolumen verändert und  die Kontaktierungsstelle sind in Kontakt mit Sauerstoff getreten, wodurch sie teilweise oxidiert sind. Letztlich konnte das Netzwerk so bereits durch eine leichte Erschütterung zum Ausfall gebracht werden. Durch den Einsatz eines hochwertigen Kabels mit einer widerstandfähigen Isolierung hätte diese Störung womöglich verhindert werden können.

Durch den Drehmel werden die Dornen sichtbar, die in den Draht stechen.

Durch den Drehmel werden die Dornen sichtbar, die in den Draht stechen.

Durch Temperaturwechsel hat sich die Isolierung gelöst und Kontaktierungsstelle freigelegt, die anschließend oxidiert sind.

Durch Temperaturwechsel hat sich die äußere Isolierung gelöst. Durch die Verformung der Aderisolierung wurde der Kontaktdruck auf der Kontaktierungsstelle reduziert, die anschließend oxidiert sind.

Leadec und LAPP – unser vertrauensvoller Partner für Kabel, Leitungen und Zubehör

Mit der Übernahme von IVG Göhringer, startete auch unsere Partnerschaft mit der Firma LAPP. Als Weltmarktführer für anspruchsvollen Anwendungen liefert LAPP professionelle und hochwertige Kabel, Stecker und Zubehör bis hin zu komplett integrierten Verbindungslösungen. Regelmäßig berichten wir, die Firma Leadec, über die Probleme in der Netzwerktechnik und gibt seinem neuen Partner die Möglichkeit, seine Produkte durch innovative Verbindungslösungen an die außergewöhnlichen Marktanforderungen anzupassen Mit unserem Feedback tragen wir dazu bei, die Qualität der Produkte kontinuierlich zu verbessern. Dabei bringt LAPP vertiefte Expertisen in Kabel- und Verbindungstechnik in die Partnerschaft ein. Wir freuen uns auf das gegenseitige Lernen und die Zusammenarbeit, bei der unsere jeweiligen Expertisen optimal ergänzt werden.

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