Was tun bei „Schönwetter-Anlagen“? Messungen und Instrumente zur Fehleranalyse

Gerade zu kalt-feuchten Jahreszeiten beobachten wir immer wieder, dass es bei technischen Anlagen viel häufiger zu Ausfällen kommt als zu sommerlich-trockenen Zeiten – beschrieben wird dieses Phänomen mit dem Begriff der „Schönwetter-Anlagen“. Eine ähnliche Erfahrung hatte auch ein Kunde machen müssen, dessen Anlage zur Spanplattenherstellung bei der Inbetriebnahme immer häufiger ausgestiegen ist.

Wackelkontakt im Schirmdraht sorgt für Kurzschlüsse und Ausfall der Anlage

Um der Ursache für die Störung auf die Spur zu kommen, führten wir eine mehrstufige, minimalinvasive Messung durch: Im Ersten Schritt bauten wir einen sogenannten Ethernet-Spiegel-TAP (Terminal Access Point, Modell BS-0130) ein, um die Telegramme zu analysieren. Typischerweise wird so ein TAP unmittelbar am Master beziehungsweise am Controller installiert. Mithilfe dieses Diagnosegerätes ist es möglich, aufschlussreiche kurz- oder langfristige Messungen an den entsprechenden Zugangspunkten zu erfassen, ohne dabei den laufenden Netzwerk- und Anlagenbetrieb zu unterbrechen.

Im zweiten Schritt führten wir eine Strommessung mit Hilfe einer Stromzange durch. Sie ist ein universell einsetzbares Instrument und eignet sich vor allem bei der Messung von Leckströmen, beispielsweise Ableit- oder Fehlerströmen, ohne dabei den Stromkreis zu unterbrechen. Bei dieser Messung haben wir die Fehlerquelle schnell identifiziert: Ein Wackelkontakt des Schirmdrahtes im Steckerverbinder verursachte zeitweise Kurzschlüsse bei Kabelbewegungen. Das Problem konnten wir unmittelbar beheben; so konnte der Betrieb der Anlage nach einer dritten und letzten Messung endlich starten.

Ein Wackelkontakt des Schirmdrahtes im Steckerverbinder sorgt immer wieder für Kurzschlüsse und für Unterbrechungen des Betriebs der Anlage.

Doch warum treten Kurzschlüsse dieser gerade häufig zu feuchten Jahreszeiten auf?

Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Bei einem Wackelkontakt im Steckerverbinder reagieren die losen Schirmdrähtchen sehr sensibel auf hohe Luftfeuchtigkeit. Je feuchter die Luft, desto größer die Wahrscheinlichkeit hochfrequenter Kurzschlüsse. Trockene Raumluft hingegen bewirkt das Gegenteil.

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